2. September 2008

Dipolisation: Ein Tag im Zoo (August)

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Dipolisation | Queertimes August

Nach meinem missglückten Date ging ich neulich ohne Begleitung auf eine Party. Man könnte auch sagen: allein, aber das klingt so traurig.

Unter den vielen Anwesenden müsste ja, rein theoretisch, einer dabei sein,
der zu mir passt. Aber was sich im ersten Moment einheitlich als „Schwulenparty“ zusammenfassen lässt, ähnelt bei längerem Hinsehen eher einem Zoo. Die Artenvielfalt ist unbeschreiblich groß: Da gibt es neben den rosafarbenen Flamingos auch noch Pinkguine, Designer-Gürteltiere, Leder- und Lackaffen, Gieraffen, Muskeltiere, Plapageien, Kackadus, und
noch viele weitere Arten und mit ihren Eigenheiten.

Sie alle zählen zusammen genommen zur „schwulen Familie“ – obgleich keinerlei Verwandtschaft besteht. Das ist nämlich das Besondere: Die Paarungsbereitschaft ist nicht auf eine Art festgelegt, sondern geht beliebig weit über die eigene Art hinaus. Natürlich ist dies nicht allgemein gültig, einige Arten erweisen sich dabei als paarungsinkompatibel. Einige
Lackaffen bleiben lieber unter sich, andere bleiben lieber im eigenen Revier, aus Angst davor von den eigenen Reihen verstoßen zu werden.

Auch die Mehrheit der Jungtiere balzt zunächst lieber mit Ihresgleichen - wobei andere wiederum den reichhaltigen Erfahrungsschatz älterer Herdentiere zu schätzen wissen.
Dann gibt es da natürlich noch die Alphatiere: Sie machen für niemanden „Männchen“ und schon gar nicht die Beine breit. Kennt man sich in der schwulen Zoologie aus, so ist es gar nicht schwer, sich darin zurecht zufinden.

So erkennt das geübte Auge die Schäfchen im Wolfspelz und die süßen Häschen, die nichtahnend in den Tag hinein hoppeln.

7. August 2008

Wird es echt Zeit? [1/3]

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Wenn die heutige Jugend, zu der ich mich noch dazu zählen darf, vom Kennenlernen spricht, dann spielt meist das Internet eine wichtige Rolle.

Sogar ich kann mich noch an eine Zeit erinnern, da wurden Software Updates alle paar Monate mal per "CD-ROM" eingespielt. Für viel Geld habe ich dann auch großzügig bei meinem Onkel den Minutentarif ausgerezeit, mit einem 28k-Modem.

Doch auch für mich gibt es praktisch kein Kennenlernen ohne Internet, denn als das gleiche Geschlecht interessant wurde, hatte ich meine Eltern schon von der Anschaffungsnotwendigkeit besagten Zuganges überzeugen können. ("Maaaaaaaaamaaaaaaaaaaaa!!! Wir brauchen daaaas!")

Sogar Handynummern konnten "damals" schon ausgetauscht werden. Dies alles steuert natürlich geradewegs auf die Gegenwart hin: Man ist jederzeit immer und überall erreichbar.
Außnahmen bestätigen die Regel: Man ist gerade dann nicht erreichbar, wenn man es dringend sein sollte.

Lesen Sie im nächsten Teil: Wie das Mehr an Kommunikation mehr Verwirrung stiftet.

5. August 2008

Selbsteinschätzung

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"Ich stehe auf Jungs, aber man sieht es kaum", schrieb ein Junge.

Ich dachte mir: "Gratulation!"

4. August 2008

Auf die Plätze, fertig....

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Der Dipol.blog startet durch, der August wird heiß.

Den nächsten Eintrag gibt es am Morgen, am "Dipol-Dienstag".

31. Juli 2008

Dipolisation: Zischbar (Juni)

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Neulich in der Zischbar. Ich traf mich mit einem Jungen. Es sollte ein „Date“ sein. Ich kannte ihn noch nicht lange. Ich habe ihn irgendwo zufällig getroffen einmal, so genau weiß ich das nicht mehr.

Ich hatte schon beim Hinsetzen das Gefühl, ihn viel zu lange zu kennen. Dabei war er auf den ersten Blick ganz niedlich. Etwas hilflos vielleicht.

Nicht die Sorte, auf die ich sonst abfahre – aber man will ja nicht intolerant sein. Aus Höflichkeit habe ich ihn ausreden lassen, ihm zugehört, zustimmend mit dem Kopf genickt. Nicht etwa, um ihn ins Bett zu kriegen, sondern in der Hoffnung, dass er einmal nach Luft schnappen und mich sprechen lassen würde.

Damit meine ich etwas anderes als ein „Ja“ oder „Verständlich“. Einmal konnte ich ein „Ich hätte das Gleiche getan“ dazwischen schieben. Ich mag Menschen, die mit beiden Beinen fest im Leben stehen. Die wissen, was sie wollen. Und vor allem mag ich diejenigen, die sich nicht alles gefallen lassen und gleich den Schwanz einziehen, wenn es eng wird – und das nicht einmal sexuell gesehen.

Ja, seine letzte Beziehung lief nicht so gut – aber wen interessiert das? Mich nicht. Nicht, dass er für mich gänzlich uninteressant wäre. Aber dieses Gespräch hätte sich genauso gut um die Tragbarkeit von Unterwäsche handeln könnten!

Mist, hatte ich das gerade laut gesagt?
Seine Augen wurden groß, der Mund ging schon auf. Noch bevor ich mich entschuldigen konnte erklärte er mir (den ersten entgeisterten Satz habe ich überhört, den giftigen Blick ignoriert), dass er die Slips (von mir aus auch Boxershorts!), auch gerne mal einen Tag länger anbehalten würde.

14. Juli 2008

Spann-ung

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Boah! Ich kaue auf meinen Lippen. Knabbere meine Fingernägel. Argh!!

Jemand soll etwas tun. Dieser Anblick ist kaum zu ertragen. Dieser Kerl, der da zwei Reihen weiter vorne mit dem Rücken zu mir sitzt, ist gefährlich. Allein sein Rücken macht mich wahnsinning. Ist das T-Shirt einfach zu klein oder sind es die Rückenmuskeln, die es so spannen?

Er weiß doch genau, was er da tut, wie es aussieht. Nur, welche Wirkung es auf mich hat, das weiß er nicht. Besser so. Je länger ich schaue, desto mehr zittere ich.

Ich will hier raus, doch es geht nicht. Ich darf nicht, sondern muss warten. Ich versuche mich abzulenken, den Blick von diesem Berg von Rücken abzuwenden. Vielleicht die Arme?

Großer Fehler. Da fehlt nämlich der Stoff und Haut ist sichtbar. Richtig Farbe hat er schon bekommen. Die Woche Urlaub hat scheinbar gereicht. Hach, wäre ich doch nur mit ihm mitgekommen. Durfte ich aber auch nicht.

Moah, der Triceps springt mir förmlich ins Gesicht. Soviel Defintion ist bestimmt illegal.

Hilfe, er dreht sich um. Waaaah, das macht mich langsam noch wahnsinning. Ich springe ihm noch an den Hals, wenn nicht bald etwas passiert.

Zu meiner Erleichterung klingelt die Schulglocke, die Unterrichtsstunde ist zuende. Die beklemmende Situation hat ein Ende. Nur an einer Stelle ist es noch eng. Aber sobald ich das Zimmer verlassen habe, wird sich auch die Beule in meiner Hose wieder beruhigen.

10. Juli 2008

Dipolisation

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Ab sofort findet sich die Queertimes in jeder gut sortierten Schwulenszene der Schweiz - ich empfehle ganz besonders Seite 8.
Den Text von dort werde ich nächsten Monat dann hier noch einmal posten.

Oh, lesen kann man das Teil auch direkt hier: Queertimes Juli 08 Ausgabe

Ansonsten muss ich leider zugeben, gerade etwas unkreativ zu sein... Aber abwarten. Bald gibts hier mehr.

Ich freue mich übrigens immer über Kommentare.